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Planung und Organisation


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Beispiel 2

Planungshilfen

Fazit

Literatur

   


Auf dieser Seite geht es um: 
  Sicherheit
, Organisationsrahmen, Geräteverteilungsplan, Aufgabenformulierung

Sicherheit

Risiko und Sicherheit sind zwei Bereiche, die sich gegenseitig beeinflussen. Grundsätzlich ist spielbetontes Turnen so sicher wie möglich zu gestalten, ohne dabei den Spielwert der Gerätkombinationen zu stark einzuschränken. Es sollte etwa die gleiche Sicherheit und das gleiche Risiko enthalten wie andere Spielbereiche auch. Eine absolute Sicherheit kann es nicht geben und ist auch nicht erstrebenswert, da man den Umgang mit Risiko nur lernen kann, wenn man mit Risikosituationen konfrontiert wird. Hier beginnt die schwierige Aufgabe des Lehrers/Trainers das Risiko abzuschätzen, Gefahren zu erkennen und dementsprechende Gegenmaßnahmen vorzunehmen.

Sicherheit ...
 
  für das Kind (genügend viele und zweckdienliche Matten zur Absicherung, 
                               Sicherheitsbereiche durch Absperrband oder ähnliches kennzeichnen)

  für den Lehrer (Sicherheitsstellungen müssen beherrscht und dem Können der Kinder entsprechend 
                                   angewandt werden. Dabei darf keine Gefahr für den Sichernden entstehen!)

  für die Geräte (schonender Umgang mit den Geräte, denn diese dürfen nicht beschädigt werden!)

Turngeräte werden regelmäßig auf ihre Belastungsfähigkeit durch das Turnen hin überprüft. Da aber beim Spielturnen durch das Kombinieren von Geräten andere Kräfte als üblich auf diese wirken, muss die Sicherheit für die Geräte und damit auch für die Kinder vom Lehrer neu beurteilt werden. Die Aufhängungen von Klettertauen und Schaukelringe sind jeweils für eine Person ausgelegt und halten deshalb eben keine 4 Bänke mit 10 Kindern aus (z.B.: große Schiffschaukel)! Auch Barrenholme, Reckstangen, Springseile und Sprossenwände dürfen nicht über ein bestimmtes Maß hinaus belastet werden. Es gibt genügend Aufbauten, welche die Unversehrtheit der Geräte und damit auch der Kinder gewährleisten.
Als Hilfe für den Lehrer / Trainer gibt die GUV Broschüren heraus, die kostenlos zu bestellen sind. 
 

 

Organisationsrahmen

Ein Stationsbetrieb ist eine gute Möglichkeit das spielbetonte Turnen in einer Stunde umzusetzen. Unter Berücksichtigung des Geräteverteilungsplans für feste Einrichtungen in einer Halle, sind der Geräteanordnung keine weiteren Grenzen gesetzt. Sowohl Aufbauten in Bahnen, als auch im Kreis, Dreieck und Viereck und in freier Form sind möglich. Je nach Größe und Aufwand einer Gerätkombination können immer bis 4 - 6 Stationen aufgebaut werden. 
Beispiel für einen Balancierparcours:

Ebenso wichtig ist die Planung des An- und Abtransportes der Geräte in der Halle: 
Welche Geräte müssen als erstes aus dem Geräteraum geholt werden?
Wie transportiert man ein Gerät schonend und wie baut man es auf?
Wie viele Kinder sind notwendig um ein Gerät (Kasten, Barren, Matten, ... ) zu bewegen?

Sehr hilfreich ist die Einteilung in Gruppen, die ganz spezielle Aufgaben bekommen. Die Aufgaben müssen hier genau und eindeutig formuliert werden, damit Zeit gespart wird und die Sicherheit gewährleistet ist.

 

Geräteverteilungsplan

Ein Plan, in dem die genauen Standorte der Geräte eingezeichnet sind, hilft beim Stundenentwurf. Es sollten alle Bodenverankerungen und Richtungen der Kletterstagen, Sprossenwand (schwenkbar?), Schaukelringe, Klettertaue, Reckanlagen, Steckbarren und Spielpfosten eingezeichnet sein. Entweder man besorgt sich einen Geräteverteilungsplan beim Hausmeister:

oder man fertigt selbst eine Plan der Halle an:

Neben dem Verteilungsplan benötigt man noch eine Aufstellung der vorhandenen Geräte. Der Aufwand, alle Geräte einmal zusammenzuschreiben zahlt sich auf die Dauer aus! Zum Beispiel:

6
1
6
8
4
8
7
4
2
2
4
1
2
1
12
4
2
Steckbarren
Olympiabarren
Reckpfosten
Reckstangen
Schaukelringe (Paar)
Klettertaue
Kästen
kleine Kästen
Sprossenwände
Minitrampolin
Sprungbretter
Schwebebalken
kleine Balken
Bodenläufer
Matten
Weichbodenmatten
Niedersprungmatten

42
60
33
35
13
20
3
16
3
8
30
10
26
19
5
3
1

Reifen
Keulen
Sprungseile
Teppichfliesen
Markierungskegel
Baumwolltücher
Taue
Gymnastikstäbe
Zauberschnüre
Thera-bänder
Kennzeichnungshemdchen
Pezzibälle
Igelbälle
Softbälle
Rollbretter
Thera-kreisel
Riesentuch

Durch das Anfertigen einer kleinen Skizze für den Unterrichtsentwurf lassen sich bereits die meisten Probleme beim Planen erkennen und lösen. Mit einer kurzen Notiz über den tatsächlichen Stundenverlauf können die Planungsskizzen für eine eigene Vorbereitungskartei gesammelt werden.  Es gibt mittlerweile sogar kleine Programme im Internet, die beim Planen behilflich sind. 

 

 

Organisation von Spielturnsituationen

Eine Stunde ist immer vom Lehrer bzw. Trainer zu planen! Inwieweit er in der Unterrichtsstunde dann genaue Vorgaben macht, oder die Organisation seinen Schülern überlässt (dabei muss er sich aber vorher auch Gedanken machen, was die Kinder planen können), hängt von mehreren Faktoren ab: 


 

 

Aufgabenformulierung

Wenn man beim Spielturnen nicht das individuelle Können oder Leistungsvermögen, sondern die individuelle Lösungsmöglichkeit im Mittelpunkt stellt, muss eine Aufgabenformulierung prinzipiell nicht mit "Wer kann...?" sondern mit "Wie kann...?" beginnen. Es gibt drei mögliche Ausgangspunkte:

Person  (Alter, Interesse, Könnensstand und Geschlecht) 

- Welches Ausgangsniveau besitzen die Kinder
- Welche Zielsetzungen wird verfolgt
 
Turngerät  (Arrangements, Stationen)
- Welche Geräte sind vorhanden
- Wie können Turngeräte kombiniert werden
 
Bewegung  (Grundtätigkeiten, Bewegungskombinationen)
- Welche Bewegung können die Kinder ausführen
- Wo und Wie lässt sich die Bewegung an Gerätarrangements realisieren
- Welche Bewegungen lassen sich kombinieren

Grundsätzlich treten dabei die strukturellen und technischen Bewegungskriterien zunächst in den Hintergrund und die Erlebnis- und Erfahrungswerte "im Sich-Bewegen" gewinnen an Dominanz.
Themenbeispiele:
- Drehen um alle Körperachsen testen
- Schwingsituationen erleben
- Auf festen und wackligen Flächen balancieren
- "über Berg und Tal" wandern
- Zirkus spielen
- Abenteuerspielplatz bauen
- Springen und Fliegen erleben
 


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